Neujahrsbrief 2026


Ich hab getrunken
Und ich hab geraucht
Und ich hab meine Kräfte
Komplett aufgebraucht
Und wenn ich wieder
Auf die Beine komme
Ist immer wieder Leben
Ist immer wieder Sonne

– NENA – In meinem Leben


Die letzten Tage von 2025 waren von Müdigkeit, Erschöpfung, Schwere und Überforderung geprägt – und damit symptomatisch für weite Strecken des gesamten vergangenen Jahres. Es dauerte fast vier Monate, bis ich wirklich gemerkt habe: „Da stimmt etwas nicht.“
Ein Besuch bei dem Naturheilpraktiker meines Vertrauens bestätigte schließlich, was ich nicht hören wollte. Ich war in eine Art körperlichen Burn-out-Zustand gerutscht, und meine Leber, meine Nieren sowie mein vegetatives Nervensystem waren komplett am Sand.

In den folgenden Monaten wurde ich gut begleitet und habe versucht, mit meinen Aktivitäten etwas zurückzustecken. In der zweiten Jahreshälfte habe ich meine Arbeitszeiten verändert – und langsam, aber sicher ging es bergauf.

RETREATS

Wichtige Impulse kamen auch von außen.
Ein 14-tägiges Meditationsretreat mit meinem Lehrer Tsoknyi Rinpoche im wunderschönen deutschen Eifelgebiet hat dazu ebenso beigetragen wie fünf Tage mit Mingyur Rinpoche im bayerischen Blaubeuren.



Im August verbrachte ich fünf schöne Tage mit meinem jüngeren Sohn in Montenegro am Meer und im  September folgte dann – wie immer in den letzten Jahren – meine mehrwöchige Auszeit in Arillas auf Korfu. Mit dem Unterschied, dass ich dieses Jahr zum ersten Mal eine Workshop-Woche angeboten habe und die meiste Zeit dort nicht allein, sondern mit lieben Menschen verbracht habe.

SCHEIN

Nach meiner Rückkehr hatte ich Mitte Oktober wieder eine bioenergetische Messung – mit den besten Werten seit April. Das stimmte mich zunächst zuversichtlich.
Gleichzeitig habe ich aber auch bemerkt, dass die Auszeit in Korfu nicht denselben Grad an Erholung gebracht hatte wie in den Jahren davor.

Auf der einen Seite war es schön und erfüllend zu erleben, was das Retreat für die Gruppe – und auch für mich – an berührenden Erfahrungen ermöglicht hat. Auf der anderen Seite war diese Zeit aber auch mit Arbeit und emotionalen Prozessen verbunden und bedeutete weniger Zeit allein in meinem eigenen Raum.
Ich dachte mir dennoch, dass das alles schon so seine Richtigkeit haben wird, und war – vielleicht etwas blauäugig – guter Dinge.

ABSTURZ

Und dann kam es wohl, wie es kommen musste.
Trotz guter und ernsthafter Vorsätze, die Wochen vor dem Weihnachtsfest als „stille Zeit“ zu genießen, füllte sich der Kalender wie von Zauberhand mit allen möglichen Dingen. Ich fühlte mich in diesen Tagen bis zum Rand voll, erschöpft und ausgelaugt.

Eine Messung am 19. Dezember zeigte bei einigen Werten einen kompletten Absturz auf das Ausgangsniveau von April.
„So eine Scheiße – das kann ich gar nicht gebrauchen.“
„Warum schon wieder?“

Als mir diese Frage durch den Kopf ging, musste ich unweigerlich an eine Szene aus einem alten Kabarett von Roland Düringer (Superbolic) denken. Da kommt ein ungesund lebender Mann nach einem kleinen „Silvesterunfall“ in den Bereich zwischen Leben und Tod und fragt dort: „Wieso bitte ich?“ – während er noch einen Schluck aus der Sektflasche nimmt und seine Neujahrsvorsätze nachhallen:
„I werd weiterfressen, i werd weitersaufen und i werd weiterrauchen.“

Ich denke, in gewisser Weise war es bei mir ähnlich. Trotz versuchter Kurskorrektur gab es die ganze Zeit eine Stimme in mir, die sagte: „Ich werde weitermachen.“

RÜCK-ZUG

Als ich mich nach Weihnachten für fünf ganze Tage zu Hause verkrochen habe, ist es mir gelungen, eine schonungslose Bestandsaufnahme zu machen. Und ich glaube, ich habe zum ersten Mal so richtig bemerkt, wie sehr ich mich in meinem Leben bisher verausgabt habe – vor allem seit der Geburt meines ersten Kindes.

Ich versuche, dafür ein Bild zu zeichnen:

Seit über 20 Jahren rase ich durchs Leben wie eine Dampflokomotive. Zwar zunehmend mit mehr Achtsamkeit, aber dennoch mit einer gewissen Naivität, dass mir die Kohle für den Antrieb nicht ausgehen würde.

Also – Arbeitsbedingungen verbessern:
„Liebe Arbeiter! Kohle nachschaufeln jetzt nur mehr maximal acht Stunden am Stück – dann dürft ihr Euch jeweils 60 Sekunden Pause gönnen. DANN könnt ihr Euch ja WIRKLICH nicht mehr beschweren!“
Selbstironie Ende.

Gleichzeitig ist sich ein Teil in mir nicht sicher, ob sich der Zug überhaupt noch ein nachhaltig stimmiges Ziel hat, oder sich schon längst auf einen Abgrund zubewegt. Und ein anderer Teil, will das wieder gar nicht so genau wissen. Denn sonst müsste man ja wirklich einmal stehen bleiben – und die ganze Reise überdenken.

VER-ANTWORT-UNG

Ich denke, dass ich über lange Zeit versucht habe, die Verantwortung für das Tempo und den Rhythmus abzugeben, mit dem ich durchs Leben rase. Und äußere Gründe finden sich genug:
Die Familie versorgen, den Absprung aus der Lehrer-Anstellung schaffen, Selbstständigkeit aufbauen, währenddessen die eigene Vergangenheit aufarbeiten, die Existenz sichern und Beziehungen pflegen. Über weite Strecken ging es vielleicht auch nicht anders – aber irgendwo habe ich die Ausfahrt verpasst.

Wenn man nicht stehen bleibt und nicht so genau hinschaut, dann sieht doch eigentlich alles ganz gut aus. Gut gemeint zumindest.
Aber wir wissen alle, dass gut gemeint nicht immer gut ist. Und manchmal sucht man den Fehler am falschen Ort.

In den letzten Tagen habe ich den Blick von den äußeren Umständen auf den inneren Antreiber verschoben. Und der zwingt zum Kohle-Schaufeln – selbst dann, wenn der Zug nach einer langen Fahrt längst in der Haltestelle angekommen ist und eigentlich rasten könnte.

QUO VADIS

Ein anderes Mal erzähle ich vielleicht genauer davon, wie ich mir dieses Gefängnis selbst gebaut habe – und hoffentlich auch, wie ich wieder hinausgefunden habe.
Dafür ist es jetzt aber noch zu früh. Im Moment habe ich erst einmal angehalten und den Schaden begutachtet.

Deshalb möchte ich an dieser Stelle nur einige Dinge ankündigen, die mir in Bezug auf meine Arbeit wichtig sind, um in diesem Jahr regenerieren und heilen zu können.

ORGANISATORISCHES 2026

Für 2026 bleibt der Preis für Ein- und Zweistunden-Sessions wie in den letzten zwei Jahren unverändert. Bei Dreistunden-Sessions gibt es eine kleine Anpassung: Der Preis steigt von 230 auf 250 €, da die bisherige Ermäßigung dafür, nun größtenteils entfällt.

Meine Storno-Regelung gibt es schon länger, bisher habe ich sie oft nachsichtig gehandhabt. Da es im letzten Jahr häufiger zu kurzfristigen Absagen kam, werde ich sie ab diesem Jahr konsequent umsetzen – so kann ich unvorhergesehenen Verdienstentgang vermeiden und besser für euch da sein. Bitte sagt eure Termine mindestens 36 Stunden vorher ab; sonst muss ich sie leider voll in Rechnung stellen. Ich weiß, dass es manchmal unvorhergesehene kurzfristige Notfälle gibt – auch wenn ich dafür Verständnis und Mitgefühl habe, bleibt das Storno-Risiko in solchen Härtefällen in der Regel bestehen.

Die Dauer von gebuchten Sessions lässt sich nicht immer auf die Minute planen. Gerade bei 2- oder 3-Stunden-Sessions kann es vorkommen, dass ich schon früher das Gefühl habe, dass die gemeinsame Zeit ausreichend ist. In diesen Fällen behalte ich mir das Recht vor, die Session vorzeitig zu beenden – berechnet wird natürlich nur die tatsächlich genutzte Zeit. Ein Anspruch auf exakt die gebuchte Dauer besteht nicht.

Bitte plant bei Terminbuchungen mindestens sechs Wochen Vorlaufzeit ein. Ich nehme mir dieses Jahr bewusst auch mal Pausen und Auszeiten und werde generell etwas weniger arbeiten, um frisch und präsent zu sein. Wer regelmäßig mit mir arbeiten möchte, sorgt am besten dafür, seine Termine mindestens zwei Monate im Voraus zu vereinbaren.

Danke für euer Verständnis. Das ermöglicht mir, mit voller Präsenz für euch da zu sein. Alles Liebe & ein wundervolles Jahr wünsche ich euch,

Euer Manuel


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