Vom Sterben, vom Geboren Werden & allem dazwischen

„Was für ein intensives Jahr ! „

Ich starte mit einigen Worten die spontan dazu auftauchen:

Sterben – Leben – Fühlen – Schmerz – Liebe – Meditation – Freundschaft – Familie – Trippen – Bewusstseinserweiterung – Orgasmen – Tiefe – Beziehungsklärung – Loslassen

Es ist fast als ob die ersten 45 Jahre meines Lebens eine Vorbereitung dafür waren, diese intensive Tiefe & Weite des Lebens zu fühlen, die ich dieses Jahr bewusst gefühlt habe. Und zwar die komplette Spanne – von höchster Ekstase bis zu tiefstem Schmerz.

Insofern hat mich jeder kleine Schritt auf meinem bisherigen Weg zu diesem Punkt in meinem Leben gebracht. Die großen Türöffner für mich im Jahr 2023 waren aber ohne Zweifel die tiefe therapeutische Auseinandersetzung mit Psychedelika & die Wiederentdeckung einer spirituell verkörperten Praxis.

Tod & Wiedergeburt

An meinem 45sten Geburtstag ist ein Stein ins Wasser gefallen und seitdem habe ich stetig die Ausdehnung der konzentrischen Kreise erfahren – immer und immer wieder. Und am Rande jedes Kreises erwartete mich eine Art von Tod – jedes Mal festlich angekündigt durch meine Angst. Sich erweitern heißt Sterben, Loslassen, Nicht-Wissen und sich hingeben. Viereinhalb Jahrzehnte hab ich gebraucht, um eine Art Mandala von Vertrauen in mir und um mich zu erschaffen, das es mir ermöglicht hat, in die tieferen Tiefen des Kaninchenbaus vorzudringen. Dort hab ich somatisch erfahren, dass Sterben ein Geburtsvorgang ist – beides passiert in Wellen. Darum ist es auch kein Wunder, dass ich in meinen Prozessen einige Geburts(wieder)erlebnisse hatte.

Nicht-Wissen & die Weisheit des Körpers

Ich habe erfahren, dass alle meine Ausbildungen wertvoll waren und sind, aber der wahre Lehrer das Leben selbst ist und die Erfahrungen durch die Du durchgehst. Die wahre Magie passiert dann, wenn Du alles Wissen im Kopf vergisst und auf die Weisheit vertraust, die tief in deinem Körper steckt – und zwar in jeder Zelle. Das macht aber dem Teil in uns, der die Kontrolle behalten will eine ungeheure Angst – denn das heißt, dass Du in diesen Momenten keine Ahnung hast, was im nächsten Moment passiert. Da zeigt sich ob man den Mut und das Vertrauen hat dieser größeren Weisheit auch zu folgen. Wie zum Beispiel einem tiefen Wunsch nach Gestillt- &  Gesäugt-Werden nachzugeben. Wo ein Teil deines Kopfes denkt: „Aber ich bin doch erwachsen – das ist doch total peinlich sowas“. Und ein anderer: „In die Regression zu gehen entspricht aber nicht meinem therapeutischen Grundverständnis“. Es hat sich 1000fach bezahlt gemacht solche gut gemeinten Ratschläge meines Verstandes liebevoll zu ignorieren und der Weisheit meines „Leibes“ (wie Dürckheim dazu gesagt hat) zu folgen.

“If you bring forth what is within you, what you bring forth will save you. If you do not bring forth what is within you, what you do not bring forth will destroy you.” 

― Gospel of Thomas


Sex & Spirit

Ich habe auch Dimensionen meiner Sexualität erfahren, die mir vorher über alle tantrischen oder energetischen Praktiken nicht zugänglich waren. Da gab es Orgastische Geburtserfahrungen, energetische Ganzkörper-Explosionen und die Umkehrung davon – eine Implosion – einen Sog & Knall der in die völlige Leerheit führt. Nur um einen Sekundenbruchteil später zu erleben, dass alles sich wieder ausdehnt und sich selbst in die Fülle des Lebens gebärt. „SO ist also unsere Welt entstanden“, hab ich dann verstanden – und so wird sie auch wieder vergehen. Und jenseits davon gibt es eine Wirklichkeit die immer da ist und die nie geboren wurde und nie vergeht.

Eine verkörperte Spiritualität

So wie im letzten Satz beschrieben hab ich es seit meinem 19ten Lebensjahr in vielen buddhistischen Belehrungen gehört und in Büchern der östlichen Traditionen gelesen und versucht über 10 Jahre lang als junger Mann zu praktizieren – jedoch nutzt all dieses Wissen & auch Praxis relativ wenig, wenn man von der Weisheit seines Körpers abgeschnitten ist. Dann hat Meditation sicher auch viele positive Effekte – ist aber mehr eine Geistesaktivität als ein tiefes, verkörpertes, schrittweises Eintauchen in die letztendliche Natur der Dinge. Während viele spirituelle Wege des Westens UND des Ostens versucht haben den Geist (Spirit) aus dem Fleisch zu befreien, habe ich jetzt erlebt, dass Schritte in Richtung „Erleuchtung“ nur IM und DURCH ein tiefes Eintauchen in den Körper erlebt werden können.

So ist es vielleicht nur eine natürliche Folge dieser Erfahrungen gewesen, dass ich vor ein paar Monaten wieder damit begonnen habe, eine spirituelle Praxis aufzunehmen. Der buddhistische Lehrer Reggie Ray vermittelt einen somatischen und undogmatischen Zugang zur Spiritualität – lebenspraktisch und auch zutiefst lebensbejahend.

Eine menschliche Spiritualität

Das JA zu Leben beinhaltet auch ein JA zu unserem Mensch-Sein. Der verkörperte Weg der Bewusstseinsentwicklung kennt in Wirklichkeit keine Trennung zwischen Spiritualität & Psychologie, Geist & Körper, alltäglich & numinos oder Licht & Schatten. Die tiefe Auseinandersetzung mit jeder einzelnen menschlichen Erfahrung, emotionalen Regung oder sinnlichen Empfindung kann ein Portal zur letztendlichen Wirklichkeit sein, die wir als Menschen in jeder Zelle verkörpern können. Ja verkörpern MÜSSEN, wenn wir wirklich tief am Leben teilhaben wollen. Eine ganzheitliche und gesunde Spiritualität führt zu einer Öffnung unseres Herzens. Das hört sich verlockend schön an – aber das bedeutet auch, dass unser Herz dann offen ist für Traurigkeit, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Ängste, tiefen Schmerz, die Traumata der Welt und den Hass der sie entzweit.

So hab ich dieses Jahr das ganze Spektrum zwischen tiefster Liebe und tiefstem Schmerz so roh in mir fühlen dürfen, wie nie zuvor. Auf einen noch nie dagewesenen „Herz-Orgasmus“ folgte wenig später die Erfahrung, als ob es mein Herz in Stücke reißen würde. Das alles wird möglich, weil es auch eine Erfahrung von der grenzenlosen Weite des Herzens dahinter gibt, die all das beheimaten kann. Die im Buddhismus vielzitierte Leerheit ist gleichzeitig VOLL von Liebe. Eine Liebe die jede Erfahrung beinhaltet – auch den tiefsten Hass.

Beziehungen – Freundschaften – Familie

Dieses Jahr hat mich auch viel darüber gelehrt, wie ich mit anderen in Beziehung bin. Das hat dazu geführt, dass ich einige Beziehungen beendet, und andere geklärt, neu geknüpft, belebt oder vertieft habe. Es hat sich eine tiefe Freundschaft entwickelt – was mich enorm freut, weil ich normalerweise nicht so viele tiefe kontinuierliche Freundschaften pflege – und ich bin auch mir selbst ein besserer Freund geworden.

Spätestens um die Weihnachtszeit wurde mir wieder einmal bewusst, wie viel mir auch meine Familie bedeutet. Auch hier gab es über 5 Jahre nach der Trennung von Paulina nochmal starke Prozesse. Standen früher diesbezüglich manchmal Schuld, Scham und Wut im Vordergrund, ging es jetzt ganz viel um Trauer, Anerkennung von Schmerz, Loslassen & das Fließen-Lassen von Liebe.

Neue Worte

Meine Fähigkeiten in der Begleitung von Menschen haben sich – durch die vielen Prozesse dieses Jahres und auch eine abgeschlossene NARM-Fortbildung – erweitert. Und damit einhergehend auch mein Praxis-Ausrichtung.

Meine Tagline – Essentielle Erfahrungsräume für Intimität, Sexualität & Beziehung – die mir jahrelang gut gedient hat – wollte aus sich herauswachsen.

Die neue Tagline heißt ab sofort:

Therapie & Begleitung von persönlichen, zwischenmenschlichen & transpersonalen Prozessen.


Mein alter Slogan hat aber zumindest als einer von 3 Bullet-Points überlebt, die mein Angebot charakterisieren:

  • Elementare Erfahrungsräume für Intimität, Sexualität & Beziehung
  • Emotionen & Embodiment
  • Erweiterte Bewusstseinszustände


Natürlich gibt es auch im neuen Jahr Workshops (zB. Playing with Erotic Touch – Deluxe), mein „Emotional & Relational Embodiment Training“ und meinen Online-Kurs (Sex³)

Ich freu mich, wenn ihr Euch von einem meiner Angebote gerufen fühlt und wenn einiges von meinen zusammengeflossenen Gewässern, auch euren Boden befruchten darf.

Ich freu mich auf Begegnungen mit Euch im neuen Lebensjahr,

Alles Liebe,
Manuel


LITERATUREMPFEHLUNGEN 2023:


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ALLES SCHMERZT 3