Wie Du Seiten in Dir wachküsst, die hinter Dornenhecken verborgen liegen


Hättest Du jemals gedacht, dass das Dornröschen-Märchen ein gratis Life-Coaching in 10 Lektionen beinhaltet? Ich auch nicht … bis Paula und ich zuletzt ein Gespräch hatten, bei dem mir dieses alte Märchen in den Sinn kam und sich mir 10 Lebensweisheiten offenbarten, die in diesem Märchen stecken. Vermutlich stecken sogar noch mehr drin, aber da ich nur 10 Finger habe, und Jesus nur 10 Gebote verbreitet hatte, wollte ich es auch bei 10 belassen.

Diese 10 Weisheiten können Dir dabei helfen Seiten in Dir wachzuküssen, die hinter dichten Dornenhecken verborgen liegen:

1) Verdrängung ist kein guter Ratgeber

Das Unheil begann damit, dass Dornröschens Vater die 13te weise Frau nicht zur Feier eingeladen hatte, weil er nur 12 goldene Teller für seine Tafel hatte. Doch die 13te Fee (die übrigens für das weibliche Prinzip steht – aufgrund der 13 Monde eines Jahres im Gegensatz zur Zahl 12 und den goldenen Tellern, die für die 12 Monate des Sonnenjahres und das männliche Prinzip stehen) hat ihm gleich die Rechnung präsentiert und den folgenschweren Fluch ausgesprochen. Anstatt daraus zu lernen, verordnet der König die nächste „Verdrängung“, indem er sämtliche Spindeln des Reiches verbrennen lässt … bis auf eine versteht sich. Was lernen wir daraus? Verdrängung funktioniert auf lange Sicht niemals – früher oder spatter kommt sie zurück wie ein Bumerang.

2) Wer suchet, der findet

Die frohe Botschaft ist – egal wie sehr Du in Deinem Leben etwas, das für Dich wichtig ist, vergessen, verdrängt, beiseite geschoben oder vernachlässigt hast – wenn Du wieder auf die Suche danach gehst, dann wirst Du diesen Teil Deines Lebens auch wieder finden. Dazu musst Du eben manchmal in die tiefsten Höhlen oder wie im Falle Dornröschens auf Wendeltreppen in die höchsten Türme steigen und alte, eiserne Türen aufsschließen, hinter denen sich Gefahren, Schätze und Geheimnisse verbergen. Der Turm steht symbolisch für die Orte unserer Seele die sehr abgelegen und schwer zu erreichen sind … und doch … in einem Winkel unserer Seele werden wir sie finden.

3) Abenteuer beginnen dann, wenn Dein “Über-Ich” auf Urlaub ist

Interessant ist, dass Dornröschens Eltern just an dem Tag, an dem der Fluch in Wirkung treten sollte, nicht im Schloß sind. Archetypisch repräsentieren unsere Eltern unser “Über-Ich” – die Instanz in uns, die für die Regeln, Normen und Werte steht, die wir von Außen übernehmen. Es war Dornröschens 15. Geburtstag – ein Alter in dem ein Mädchen langsam zur Frau wird. Kaum sind die Eltern ausgeflogen, erkundet sie munter das Schloss (“Da ging es allerorten herum, besah Stuben und Kammern, wie es Lust hatte”) und kam schließlich zu dem alten Turm. Für uns heißt das, dass wir gut daran tun würden, auch ab und zu mal unser Über-Ich auf Urlaub zu schicken, um tiefer und tiefer ins Abenteuer der Ich-Werdung eintauchen zu können.

4) Die Dinge sind nicht immer so wie sie scheinen

„Grrrr – diese böse Fee und dieses verschlagene alte Mütterchen“, dachte ich mir früher immer … tja – die Dinge sind nicht immer so wie sie scheinen. Denn in diesen verschiedenen Gestalten, versucht die 13te Fee in Wirklichkeit Dornröschen als Mentorin zur Seite zu stehen und sie in ihre Weiblichkeit einzuweihen – ein Versuch den der Vater versucht hatte zu unterbinden. Sie ist es, die Dornröschen mit der Spindel konfrontiert – die für ihr innerstes Wesen, den Funken der Lebensfreude, ihre Lebendigkeit, das Erwachen ihrer Lust und ihre Individuation als Frau steht. Sie ist in Wirklichkeit “die Gute” – die Kraft des Lebens die Dich findet, wenn immer Du Dich ernsthaft auf die Suche nach ihr machst.

5) Every rose has it´s thorne

Das alte Mütterchen, die in vielen Märchen den Archetypen der alten Weisen repräsentiert, gibt Dornröschen den Raum, sich an das Spinnrad zu setzen und daduch den Schritt ins wahre Leben zu wagen. Wir alle wissen “Wo gehobelt wird, da fallen Späne” oder “Jede Rose hat ihre Dornen”. Willkommen im Leben. Dornröschen sticht sich an der Spindel und erfährt so, dass das wahre Leben auch mit Schmerz verbunden ist. Insofern hilft die 13. Fee ihr, sich dem Leben zu öffnen, berührt zu werden und in diesem Fall eben auch gestochen. Blut fließt und erinnert uns an eine Einweihung, eine Initiation oder einen Übergang. Sie wird vom Mädchen zur Frau – so wie Mädchen in früheren Zeiten durch die erste Monatsblutung festlich in den Kreis der Frauen aufgenommen wurden.

6) Entwicklung braucht einen geschützen Rahmen.

Aus schamanischen Kulturen wissen wir, dass viele Rituale oft in anderen Bewusstseinszuständen stattfinden. Insofern fällt Dornröschen nicht in den Schlaf der Unbewusstheit und der Schlaf ist auch keine Strafe, sondern er ist lediglich der Eintritt in eine andere Bewusstseinsebene. Zeit spielt in diesem Zustand keine Rolle – darum kann sie dort auch 100 Jahre liegen – ohne dass sich das Äußere ihres Körpers oder das Schloss um sie herum in irgendweiner Weise verändert. Nachdem sie die ersten 15 Jahre nur das Äußere der Welt kennengelernt hat (das archetypisch Männliche) beginnt jetzt die Erforschung ihrer Innenwelt (des archetypisch Weiblichen). Die Dornenhecke die auf wundersame Weise wächst ist aus dieser Perspektive heraus auch kein Fluch, sondern ein Segen. Denn sie ist der schützende Bannkreis, der bei magischen Ritualen oft gezogen wird, in dem Entwicklung, Heilung & Transformation ungestört ablaufen können. Alles überwacht und geschickt eingefädelt von der alten Spinnerin, deren magischen Fäden des Schicksals sich durch das ganze Märchen ziehen.

7) The power of Kairos – alles hat seine Zeit.

Während Dornröschens Anima sozusagen im Schlafe heranreift, scheitert ihr Animus im Außen 99 Jahre lang beim Versuch gewaltsam zu ihrem Wesenskern durchzudringen. Erst als die Zeit reif ist, tut sich die Dornenhecke wie von Zauberhand von selbst auf und öffnet sich – so dass der Held eindringen kann um Dornröschen wachzuküssen. Die Griechen nannten das Kairos – den günstigen oder glücklichen Zeitpunkt einer Entscheidung.

8) Folge Deinem Ruf – egal was es kostet!

Der Prinz der sich auf die Suche nach Dornröschen machte, hatte von seinem Großvater die Legende von der Schlafenden Schönheit vernommen. Und trotz eindringlicher Warnunen, dass viele bereits beim Versuch sie zu befreien qualvoll verendet wären, ließ er sich nicht vom “Ruf” abbringen und sagte „Ich fürchte mich nicht, ich will hinaus und das schöne Dornröschen sehen.”

9) Liebe ist die Kraft die alles verbinded.

Die Kraft des “Eros” hat die beiden zusammengeführt – und zwar in dem Moment, als Dornröschens Animus und ihre Anima beide gereift waren – bereit sich zu begegnen und gegeseitig zu befruchten.

10) Am Ende steht immer die Hochzeit

Egal welche Wendungen eine Geschichte auch immer nimmt – am Ende steht immer irgendeine Art von Hochzeit. Immer befinden sich am Ende zwei polare Kräfte in einem neuen Gleichgewicht – Kraft & Weichheit, Yin & Yang, Verstand & Herz, Männlich & Weiblich, Willenskraft & Hingabe usw. Die äußere Hochzeit die gefeiert wird, steht symbolisch für die Vereinigung zweier Seiten unseres Wesens, die uns auf eine neue Ebene unseres Bewusstseins führt. Bis man das nächste Mal vergisst jemanden einzuladen 🙂

Ich hoffe dieser Artikel hat Euch einige Anregungen geben können, wie ihr schlafende Seiten in Euch wachküssen könnt. Wenn ihr das Gefühl habt, dabei auch einen spinnenden Mentor (sehr zweideutige Bezeichnung *g*) an der Seite haben zu wollen und dabei die Magie der Heldenreise in Mythen, der Archetypen, des Tarots oder der Astrologie nutzen wollt, dann bin ich gerne für Euch da. Und ich verspreche Euch – es dauert keine 100 Jahre.

Klick hier für das Märchen im Original

Herzliche Grüße mit Magie & Liebe,
Manuel 

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