Somatische Erfahrungen – von der Heilung die durch den Körper kommt


Ein Bericht von Manuel & Paulina Harand – für echte LeserInnen 🙂

Jene, die den Artikeln von Paulina und mir schon länger folgen, wissen, dass wir beide total verschieden sind. Deshalb ist es sehr spannend zu sehen, dass unsere sehr persönliche Entwicklung in den letzten Monaten einen zentralen Schnittpunkt aufweist – die Auseinandersetzung mit unserem Körper in Wachstums-, Heilungs- und Transformationsprozessen.

Paulina´s part:

Seit fast 7 Jahren arbeite ich jetzt schon beruflich mit dem Körper anderer Menschen. Daher wusste ich schon seit Anfang meiner Praxistätigkeit wie wichtig es ist, seinen Körper und die damit verbundenen Empfindungen, Gefühle und Gedanken zu Erleben und wie vielfältig die Auswirkungen sein können, wenn wir uns von unserem Körper und unserem Fühlen abschneiden.

Dieses Wissen hat sich gerade in den letzten Monaten wieder tiefer in meine Zellen geprägt. Wie einige von Euch wissen, hab ich mir ja vor einiger Zeit meinen lang gehegten Wunsch nach einer neuen Ausbildung erfüllt. In meiner Lomi Lomi Nui Ausbildung ist mein eigener Körper wieder auf eine neue Art und Weise berührt worden, die vieles in mir ausgelöst hat. Insofern kann ich sagen, dass Lomi Lomi ein weiterer Meilenstein auf meinem Lebensweg ist.

Das wichtigste für uns moderne Menschen ist, dass wir immer wieder Räume und Zeiten für uns schaffen, in denen wir uns mit unserem Körper verbinden und ihn bewusst wahrnehmen können. Das ist nichts was wir erlernen und dann wieder vergessen können. Das ist eine lebenslange Praxis.

Um zu Spüren, ist es wichtig das Lebenstempo zu drosseln und für einige Zeit ganz still zu werden um dem zu lauschen was der Körper uns erzählen möchte. Für viele Menschen ist es nicht leicht das „einfach so“ im Alltag zu tun. Körperarbeit und Massage haben den Vorteil, dass Du dabei einen geschützten Raum und eine festgelegte Zeit hast, um Dein Bewusstsein auf Deinen Körper auszudehnen. Du hast auch einen Begleiter, der Dich immer wieder daran erinnert, bewusst und präsent zu bleiben, so dass Du Dich Schritt für Schritt mehr mit Dir selbst verbinden kannst.

Die Sessions die wir im Lomi Kurs hatten, haben mich wieder daran erinnert wie schön und wichtig es ist, liebevoll und achtsam berührt zu werden. Der Wechsel zwischen langsam, fließenden und schnellen, dynamischen Bewegungen haben das Potential, festgefahrene Zustände in Bewegung zu bringen. Auch das sanfte, passive Bewegt-Werden und die rhythmische Atemwelle tragen dazu bei den Körper wieder mehr Raum für seinen authentischen Ausdruck zu geben.

Dieser Ausdruck kann dann nach der Sitzung auch verbal erfolgen, indem wir ehrlich aussprechen, was in uns lebendig ist – was sich während der Massage in uns bewegt hat. Es ist echt frappierend zu erleben wie viel Energie wir aufbringen, um alte Muster die uns nicht mehr dienen, aufrecht zu erhalten. Wenn wir das bewusst wahrnehmen und nicht nur wissen, sondern spüren, dann fällt es uns leichter Dinge in unserem Leben auch wirklich von Grund auf zu verändern. Wie tief und direkt diese Erfahrung sich auf unser Seelenleben auswirken kann, habe ich bemerkt, als ich in den Nächten nach dem Lomi Kurs mehrmals Träume von Tornados oder Wellen gehabt habe – als Zeichen, dass Dinge heftig in Bewegung geraten sind.

Auch das Leben selbst zeigt uns in diesem offenen Zustand dann oft, wo es lang geht. So hab ich mich entschlossen wieder durch Coaching bzw Therapie an mir zu arbeiten und in diesem Prozess bin ich unverhofft selbst wieder bei Arbeit mit meinem Körper und meinem Bewusstsein gelandet. Diesmal witzigerweise bei einem Mann. So wie es sich in der Tarot-Legung zu Anfang des Jahres gezeigt hat, bin ich wohl gerade dabei, mich mit dem männlichen Prinzip auszusöhnen bzw. zu verbinden.

Deshalb habe ich mich entschlossen, dass ich Lomi Lomi Nui auch für Männer anbieten werde – im Gegensatz zu meiner tantrischen Körperarbeit, die ich weiterhin nur für Frauen anbiete. Gerade für Männer ist es in unserer Gesellschaft und Zeit ebenfalls wichtig, sich ihren Gefühlen und ihrem Körper zuzuwenden. Das sind Bereiche, die viele Männer in ihrem Alltags- und Berufsleben von sich abschneiden, um „ihren Mann stehen zu können“. Es ist wichtig körperliches Empfinden & Fühlen zu kultivieren – jenseits von sportlichem Leistungsanspruch oder Wettkampfgedanken – um einen Schritt in ein ganzheitlicheres Mann-Sein zu machen.

Manuel´s part:

In den fast 7 Jahren in denen ich nun selbständig bin, habe ich auch immer am Körper gearbeitet. Mit fortschreitender Entwicklung merke ich aber, dass die Arbeit durch den Körper immer zentraler wird.

Seit langer Zeit beschäftige ich mich in allem was ich tue, mit dem Wesen von Transformation und Wachstum und der Frage, wie Menschen zu dem werden können, wie sie gemeint sind. Während ich mich in den ersten Jahren meiner spirituellen Reise darauf konzentriert habe, mich von meiner Anhaftung an meinen Körper zu lösen und ihm weniger Bedeutung zu geben (nach jahrelangem Leistungssport und Körperfixierung im Jugend- und jungem Erwachsenenalter), geht meine Reise jetzt paradoxerweise genau in die entgegengesetzte Richtung. Der Körper wird für mich immer mehr zum Zeugen, Schauplatz und Kompass von lebendiger Entwicklung und Reife. Während ich lange Zeit geistigen und spirituellen Erkenntnissen die größte Bedeutung in menschlichen Wachstumsprozessen einräumte, wird mir jetzt klar, dass diese Erkenntnisse nur wirklich Tiefe und Bestand haben, wenn wir sie auch wirklich durch unseren Leib verkörpern. Der Psychotherapeut und Zen-Lehrer Karlfried Graf Dürckheim spricht vom Körper den wir haben – im Gegensatz zum Leib der wir sind. Vom Leib als Schnittpunkt körperlicher, seelischer, geistiger und transpersonaler Erfahrungen – vom beseelten Körper.

„Die Wandlung geschieht auf dreierlei Wegen: durch Einsicht, Erlebnis und Übung.“
(Karlfried Graf Dürckheim)

Revolutionäre Einsichten und eine positive Geisteshaltung sind wichtig – jedoch gedeihen sie nur in einer tiefen Präsenz und Verbindung mit unserem Erleben und einer lebendigen Verkörperung – durch unseren Leib. Und diese braucht Übung um den mannigfaltigen Prüfungen des Lebens standzuhalten.

Seit Anfang des Jahres werde ich in einem Mentoring begleitet, welches intensiv meinen Körper miteinbezieht. Die Erfahrungen die ich seitdem mache, sind nachhaltiger als alles andere, was ich bisher erlebt habe. Es ist Veränderung die von innen – tief aus dem Bauch heraus – erfolgt und von dort aus das ganze Sein durchdringt.

Gleichzeitig zu diesem persönlichen Wachstumsprozess habe ich begonnen mich mit dem Wesen von Trauma und Traum-Heilung zu beschäftigen. Zeitgemäße Ansätze der Traumatransformation –wie zB Somatic Experiencing – stellen „Soma“ / den Körper in dem Mittelpunkt des Prozesses. Die Grundprinzipien der Traumaheilung sind auch Wegweiser für Wachstums- und Veränderungsprozesse allgemeiner Natur. Wenn man den Begriff Trauma weiter fasst – als Lebensimpuls, der seinen natürlichen Zyklus nicht voll durchlaufen konnten und irgendwo eingefroren wurde – dann ist es die Aufgabe von uns allen zu einer fließenden Lebendigkeit zurückzufinden und in diesem Prozess zu wachsen. Wenn diese Lebendigkeit wieder ungehindert fließen kann, dann strahlen wir sie fortan nach außen – ob wir das wollen oder nicht. Das verstehe unter authentischer Verkörperung.

Früher habe ich in meinen Sitzungen Körperarbeit und Coaching meist voneinander getrennt. Heute wird der Übergang dieser beiden Formate immer fließender. In vielen Ansätzen wird heutzutage gleichzeitig an Geist und Körper gearbeitet – zB. in der Integrativen Körperpsychotherapie, im Somatic Coaching oder im Sexological Bodywork um nur 3 von unzähligen zu nennen. Es wird gleichzeitig an Körper und Geist gearbeitet weil Körper und Geist im Prinzip nicht zu trennen sind. Körper und Geist sind nicht nur durch das Ursache-Wirkungs–Prinzip verbunden im Sinne von „Wenn ich bei einem Pol ansetze hat das auch Auswirkungen auf den anderen“ – viel mehr sind Körper und Geist voneinander durchdrungen und ein holistisches Feld in dem die Dinge synchron geschehen. Veränderungen im Geist sind somit nicht nur folgende Wirkung sondern auch gleichzeitiger Ausdruck dessen, was im Körper passiert und vice versa. Diese Sichtweise ist ein Schritt in eine Bewusstseinsstufe, die Ken Wilber das „zentaurisches Bewusstsein“ nennt. Eine Bewusstheit, welche die Weisheit unseres Verstandes und unserer höheren Intuition mit der unserer animalisch-instinktiven Seite verbindet.

„Der Zentaur ist jenes mythische Fabelwesen, halb Mensch, halb Pferd das ich als Symbol für die Integration von Körper und Geist, Biosphäre und Noosphäre benutze. Zentaurisches Bewusstsein ist mehr als nur die rationale Erkenntnis psychosomatischer Zusammenhänge. Zentaurisches Bewusstsein ist das Produkt einer aperspektivischen Wahrnehmung der Ganzheit unserer Seins. Die Trennung von Leib und Seele ist aufgehoben. Körper und Geist durchdringen sich in einem unaufhörlich-holistischen Geflecht an Wirk-Beziehungen.“
(aus: „Tarot und die Kunst der Selbsterkenntnis“ von Matthias Thiele)

Wer nach diesen persönlichen Worten Lust hat, in die rhythmischen Wellen einer Lomi Lomi Session mit Paulina zu tauchen oder sich mit mir in zentaurische Räume des Wachstums begeben möchte, auf den freuen wir uns ganz besonders.

Paulina´s Angebot:
www.heil-kunst.at/unser-angebot

Weekend-Workshop:
Lomi Lomi meets Tantramassage – mit Anja Goralski aus Berlin

Manuel´s Angebot:
www.salamanderblut.at/wie-ich-arbeite

Alles Liebe und schön wenn Du bist hierher gelesen hast,
Manuel & Paulina


Melde Dich für meinen Newsletter an
und werde einmal im Monat über neue Artikel, Veranstaltungen und wertvolle Inhalte informiert.